In diesem Jahr hatten wir, der DS-Kurs der E-Phase (Leitung: Frau Siewierski), das Glück, als Premierenklasse des Brecht-Stückes "Mutter Courage und ihre Kinder" dessen Entwicklungsprozess live mitzuerleben. 
Unter der Regie von Laura Linnenbaum feiert das Stück am 10. Mai 2019 seine Premiere am Staatstheater Kassel.
Nach Einführung in das Thema und Vorbereitung durch den Theaterpädagogen Thomas Hof wurde uns Schülern Einblick in eine Konzeptionsprobe gewährt, in der Regisseurin, die musikalische Leitung, der Dramaturg, die Bühnen- und Kostümbildner ihre Ideen zum ersten Mal vorgestellt haben. Uns wurde dabei viel Raum geboten, eigene Ideen und unsere Meinungen zur Umsetzung mit einzubringen, was wirklich sehr interessant war. 
Darüber hinaus wurde uns ermöglicht, an einer Monologprobe teilzuhaben. In dieser Probe hat die Schauspielerin Alexandra Lukas ein Szene aus dem Stück eingeübt, in der sie als die stumme Kattrin, ein Dorf vor den herannahenden Soldaten warnen sollte. Hierbei konnten wir besonders gut die Charaktererarbeitung beobachten und wie die Regisseurin die Schaupielerin bei der Einfühlung in die schwierige Rolle unterstützte. Außerdem durften wir sogar einmal selber in der Szene mitspielen. 
Die Entwicklung des Stückes mitzuerleben und einen so tiefen Einblick in die Arbeit des Theaters zu bekommen, war für uns sehr lehrreich und spannend. Gerade auch, um einiges mit in den DS-Unterricht zu nehmen und eventuell selber umsetzen zu können. 
Zudem sind wir sehr begeistert von den tollen Ideen der Regisseurin und freuen uns auf unseren baldigen Besuch der Aufführung von "Mutter Courage und ihre Kinder“.

Text:     Katharina Kantor

Bilder:   Frau Siewierski

  Bilder von den Proben

Bald ist es soweit: Das Frühlingskonzert in Lohfelden erwartet uns mit einem reichhaltigen Programm. Es wird vom Barock bis zur Moderne gehen: von Vivaldis "Vier Jahreszeiten“ und Teilen aus der Messe „Missa 4 You(th)“ von Tjark Baumann über orchestrale Filmmusik zu „Star Wars“ und „Herr der Ringe“ und Jazz-Stücken von Henry Mancini wie „Peter Gunn" und „The Pink Panther-Theme“ zu einem Chorarrangement zu „Engel“ von der Gruppe Rammstein. Insgesamt werden an dem Abend ca. 100 Schülerinnen und Schüler mitwirken: Das Konzert wird gestaltet von der Jazz-Band „Preachers Of Swing“, dem Musik-LK der Q4, dem Chor und dem Orchester der Herderschule mit dem Kammermusikensemble der OSW. Beginn ist um 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei, Sie dürfen aber am Ende gern die musikalische Arbeit unterstützen. (Übrigens: Das sehr schöne Plakat wurde vom Kunst-Leistungskurs gestaltet.)

Unter dem Titel „Vergessene“ Geschichte – Berufsverbote – Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland war vom 01. bis zum 12. April eine Ausstellung im Foyer der Herderschule zu besichtigen, die sich mit der Vorgeschichte und den Folgen des sog. Radikalenerlasses vom 28. Januar 1972 beschäftigte. Eröffnet wurde die Ausstellung am 03. April mit einer Veranstaltung im Lernstudio. Eine der Ausstellungsmacher/innen, Cornelia Booß-Ziegling, selbst vom Berufsverbot betroffen, hielt anhand von PowerPoint-Folien einen Einführungsvortrag, der den Bogen von der Verfolgung radikaler Demokraten im 19. Jahrhundert über den Faschismus bis eben zu dem genannten Radikalenerlass spannte. Im Anschluss stellten sich drei Betroffene aus Kassel vor: Silvia Gingold, die aufgrund ihrer Familiengeschichte sicherlich die prominenteste Betroffene ist, Wolfgang Artelt und Günther Waldeck. Obwohl drei der vier später eine Anstellung im öffentlichen Dienst als Lehrerinnen und Lehrer fanden, erfuhren und erfahren sie, nicht zuletzt an ihrer Altersversorgung, zahlreiche Nachteile. Zunächst wandte sich die lebhafte Diskussion den Ursachen zu. Sie wurde in der massenhaften Wende insbesondere von Jugendlichen, Studierenden und jungen Intellektuellen nach Links gesehen. Diese Wende basierte zum einen auf der sog. Bildungsexpansion und der damit einhergehenden Änderung im soziologischen Profil der Studierenden, zum anderen resultierte sie aus der Auseinandersetzung mit dem Vietnamkrieg, der Nazizeit und ihrer Tabuisierung sowie mit den autoritären Deformationen der Demokratie in der „Adenauerrepublik“. Im Gefolge des Radikalenerlasses wurden etwa 3,5 Millionen Menschen überprüft, 25000 bis 35000 davon wurden den Einstellungsbehörden als „Verdachtsfälle“ gemeldet, ca. 8 % davon nicht eingestellt. 256 Beamte und Beamtinnen wurden entlassen. Es ging um die Einschüchterung und Abschreckung einer ganzen Generation – mit Folgen bis heute. Ende der 1970er Jahre wurde die Regelanfrage eingestellt, das Kapitel Berufsverbote ist damit aber noch nicht geschlossen. Da die „Informationen“, die gegen die „Verdächtigten“ in Stellung gebracht wurden, allesamt auf den Bespitzelungen der jeweiligen Landesämter für Verfassungsschutz beruhten, nahm die Diskussion über diesen Inlandsgeheimdienst breiten Raum ein. Während insbesondere die Gäste vehement für die Abschaffung des Verfassungsschutzes plädierten (mit Verweis auf die braunen Wurzeln des Amtes, seine Durchsetzung mit rechtsradikalen V-Leuten, die Rolle seines Ex-Präsidenten Maaßen, sein ‚Versagen‘ bei der Aufdeckung der NSU-Morde u.v.m.) und meinten, man müsse die Verfassung vor dieser Art „Verfassungsschutz“ schützen, sahen einige Schüler in der ersatzlosen Abschaffung des Amtes keine Alternative. Diese Frage blieb ungeklärt. Kein Widerspruch erfuhr hingegen der Appell an unser je eigenes Ich-Ideal: „Sei keine Duckmaus!“

Text: Dr. Rößer
Bilder: Schimmelpfennig

Die Abiturienten und Abiturientinnen der Biologie-Leistungskurse von Frau Marion Stengel und Frau Silke Franz nutzten die Gelegenheit, das Thema eines Abiturvorschlags real zu erleben. Während ihrer gemeinsamen Exkursion ging es um Aquaponik, einem System, welches bei K+S in Kassel als Konzept zu entdecken ist.

„Aquaponik“ verbindet die Wörter „Aquakultur“ und „Hydrokultur“. Es fusioniert die Haltung von Fischen und Nutzpflanzen in einem sozusagen „symbiotischen“ Kreislauf. Ein Vertreter des Unternehmens K+S erklärte den Ablauf des Kreislaufs und die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile. Er gab außerdem zu bedenken, dass bei wachsender Weltbevölkerung und immer größer werdenden Ballungszentren solche Anlagen zielführend seien, da sie auch auf Flachdächern ihren Platz finden können. Er bot damit eine Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft an, für die in Zukunft eventuell kaum noch Flächen zur Verfügung stehen werden. K+S führt die Anlage auf dem firmeneigenen Gelände am Bahnhof Wilhelmshöhe lediglich zu Anschauungszwecken und möchte diese demnächst an einen anderen Standort verlegen, da ein neues Projekt für den Standort Kassel geplant ist.

Die Exkursion war sehr interessant und regte zum Nachdenken an. Abschließend lässt sich sagen, dass das Abitur doch nicht immer so realitätsfern ist, wie es an manchen Stellen vorkommt. Gerade in der Biologie kann die Herderschule mit dem Genlabor und Exkursionen wie dieser trumpfen und für die Schülerinnen und Schüler gut nachvollziehbare Bezüge zwischen Theorie und Praxis herstellen.

Text: Hannes Schäfer und Alexander Weirich (beide Q4)

- Poetry Slam der bilingualen Klasse der Herderschule Kassel - Beeindruckend und ergreifend, sowohl inhaltlich als auch sprachlich, waren die Vorträge beim englischsprachigen Poetry Slam an der Herderschule. Mehr als einhundert Gäste kamen im Musiksaal der Herderschule zusammen um die Text-Präsentationen zu sehen und zu hören. Die Schülerinnen und Schüler der bilingualen Klasse der Einführungsphase der Herderschule hatten ihre Texte zum Thema „Teenage Dreams“ im Englischunterricht selbst verfasst. Vielfältige Erfahrungen des Erwachsenwerdens und der Selbstbestimmung von Teenagern wurden in den Vorträgen thematisiert: Verlustgefühle, Leistungsdruck und Ängste, Geschlechtliche Orientierung, Selbstbestimmung, Drogensucht, Anorexie, Vorurteile, Mobbing, Gewalt, Lebensträume und Zukunftswünsche. Unterstützt von ihrer Englisch- und Klassenlehrerin Flora Thielbörger organisierte und inszenierte die Klasse 11k ihre englischen Texte vor Publikum als Poetry Slam. Die Zuschauer signalisierten ihre Zustimmung für die jeweilige Performance mit Daumenzeichen, Klatschen und Trampeln. Es ging sehr lebhaft zu im Auditorium mit lautem und begeistertem Applaus. Herzlichen Dank an Frau Thielbörger und alle Beteiligten der Klasse 11k für diesen wunderbaren Abend. Das war spitze! Text: Christina Wieprecht